Warum erstellen verschiedene QR-Code-Generatoren unterschiedliche QR-Codes?

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QR-Code, der mit dem ersten QR-Code-Generator erstellt wurde
QR-Code, der mit dem zweiten QR-Code-Generator erstellt wurde

Schauen Sie sich diese beiden QR-Codes an.

Auf den ersten Blick sehen sie überhaupt nicht gleich aus.

Einer hat größere Quadrate und ein einfacheres Muster, während der andere deutlich dichter wirkt und sogar den Text „qrcodechicken.com“ darunter trägt.

Wenn Sie denselben QR-Code schon einmal auf zwei verschiedenen Websites erstellt haben, ist Ihnen wahrscheinlich etwas Ähnliches aufgefallen.

Können Sie erraten, wohin die beiden QR-Codes führen?

Überraschenderweise lautet die Antwort: zur exakt gleichen URL.

Wenn Sie einen der beiden scannen, gelangen Sie auf genau dieselbe Website.

Warum sehen sie also völlig unterschiedlich aus?

Sollte es für eine bestimmte URL nicht nur einen einzigen richtigen QR-Code geben?

Die Antwort lautet: Nein.

Anders als viele Menschen vermuten, hat ein QR-Code kein fest vorgegebenes Aussehen. Der QR-Code-Standard bietet Generatoren mehrere Möglichkeiten bei der Erstellung eines QR-Codes. Diese Entscheidungen können das endgültige Muster verändern, ohne die darin gespeicherten Daten zu ändern.

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben denselben Satz mit verschiedenen Schriftarten.

Die Wörter bleiben exakt gleich, aber ihr Erscheinungsbild auf der Seite verändert sich.

QR-Codes funktionieren auf sehr ähnliche Weise.

Solange ein QR-Code dem QR-Code-Standard entspricht, kann ihn jeder kompatible Scanner korrekt lesen – selbst wenn ein anderer QR-Code mit denselben Daten völlig anders aussieht.

Im weiteren Verlauf dieses Leitfadens betrachten wir die wichtigsten Gründe dafür. Wir beginnen mit dem Faktor, der das Erscheinungsbild eines QR-Codes am stärksten beeinflusst: der Fehlerkorrektur.

1. Unterschiedliche Fehlerkorrekturstufen

Der wichtigste Grund dafür, dass zwei QR-Codes unterschiedlich aussehen können, sind verschiedene Fehlerkorrekturstufen.

Die Fehlerkorrektur ist eine der Funktionen, die QR-Codes so zuverlässig machen. Ein QR-Code speichert nicht nur Ihre eigentlichen Daten, sondern auch zusätzliche Wiederherstellungsinformationen, mit denen Scanner den Code selbst dann lesen können, wenn Teile davon beschädigt sind.

Wird ein QR-Code beispielsweise zerkratzt, verschmutzt, teilweise von einem Aufkleber verdeckt oder mit einem Logo versehen, kann ein Scanner die fehlenden Informationen mithilfe dieser zusätzlichen Daten häufig trotzdem wiederherstellen.

Man kann sich das wie eine Sicherheitskopie wichtiger Informationen vorstellen. Geht ein kleiner Teil des Originals verloren, hilft die Sicherung dabei, die fehlenden Informationen zu ergänzen.

Der QR-Code-Standard definiert vier verschiedene Fehlerkorrekturstufen. Jede Stufe speichert unterschiedlich viele Wiederherstellungsdaten.

FehlerkorrekturstufeUngefähre Wiederherstellung
LBis zu 7 %
MBis zu 15 %
QBis zu 25 %
HBis zu 30 %

Je höher die Fehlerkorrekturstufe, desto mehr Wiederherstellungsinformationen muss der QR-Code speichern.

Da diese zusätzlichen Informationen Platz benötigen, werden häufig mehr schwarze und weiße Module (die kleinen Quadrate) benötigt. Dadurch wird das Muster dichter und kann sich deutlich von einem anderen QR-Code unterscheiden, der dieselben Daten mit einer niedrigeren Fehlerkorrekturstufe speichert.

So könnte ein QR-Code-Generator beispielsweise Stufe L wählen, um einen kleineren und einfacheren QR-Code zu erzeugen, während ein anderer Stufe H verwendet, um den QR-Code widerstandsfähiger gegen Beschädigungen zu machen oder Platz für ein Logo zu schaffen.

Obwohl die beiden QR-Codes unterschiedlich aussehen, enthalten sie dennoch exakt dasselbe Ziel. Sie setzen lediglich unterschiedliche Schwerpunkte zwischen Größe und Robustheit.

2. Unterschiedliche QR-Code-Versionen

Ein weiterer Grund, warum zwei QR-Codes unterschiedlich aussehen können, ist die Verwendung verschiedener QR-Code-Versionen.

Trotz ihres Namens handelt es sich dabei nicht um Softwareversionen oder neue Generationen von QR-Codes. Der Begriff bezeichnet lediglich die Größe des QR-Code-Rasters.

Der kleinste QR-Code ist Version 1 und besteht aus einem Raster mit 21 × 21 Modulen (den kleinen schwarzen und weißen Quadraten).

Mit jeder höheren Version wächst das Raster, indem sowohl die Breite als auch die Höhe um jeweils vier Module erweitert werden.

QR-Code-VersionRastergröße
Version 121 × 21
Version 225 × 25
Version 329 × 29
......
Version 40177 × 177

Für die meisten alltäglichen QR-Codes genügt eine der kleineren Versionen, da sie in der Regel nur eine kurze Website-Adresse oder eine geringe Menge an Text speichern.

Allerdings wählt nicht jeder QR-Code-Generator dieselbe Version.

Ein Generator entscheidet sich möglicherweise automatisch für die kleinste Version, die Ihre Daten aufnehmen kann, und erstellt dadurch einen kompakten QR-Code mit weniger Modulen.

Ein anderer Generator kann bewusst eine größere Version wählen, um zusätzlichen Platz für Designelemente wie ein Logo zu schaffen, die Druckqualität zu verbessern oder alle erzeugten QR-Codes aus optischen Gründen in derselben Größe zu halten.

Dadurch können zwei QR-Codes mit derselben URL unterschiedliche Rastergrößen und verschiedene Muster besitzen, obwohl sie beide exakt zum gleichen Ziel führen.

3. Unterschiedliche Maskierungsmuster

Selbst wenn zwei QR-Code-Generatoren dieselbe Fehlerkorrekturstufe und dieselbe QR-Code-Version verwenden, können sie dennoch unterschiedlich aussehende QR-Codes erzeugen.

Der Grund dafür ist, dass jeder QR-Code vor seiner Fertigstellung noch einen letzten Schritt durchläuft: die Auswahl eines Maskierungsmusters.

Zunächst werden die Daten gemäß der QR-Code-Spezifikation im QR-Code angeordnet. Dieses ursprüngliche Muster ist jedoch nicht immer optimal für das Scannen.

Es kann beispielsweise große zusammenhängende schwarze Bereiche, lange horizontale oder vertikale Linien oder sich wiederholende Muster erzeugen, die es dem Scanner erschweren, die eigentlichen Daten von den Positionsmarkierungen des QR-Codes zu unterscheiden.

Um dieses Problem zu lösen, definiert der QR-Code-Standard acht verschiedene Maskierungsmuster.

Ein einfaches Beispiel

Stellen Sie sich vor, der QR-Code-Generator beginnt mit folgendem Rohmuster:

Before masking

After applying a mask pattern

4. Unterschiedliche Designentscheidungen

Nicht jeder Unterschied zwischen zwei QR-Codes entsteht durch die QR-Code-Spezifikation selbst.

Viele QR-Code-Generatoren treffen zusätzlich eigene Designentscheidungen, um das Erscheinungsbild, die Markenwirkung oder die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Beispielsweise kann ein Generator einen einfachen schwarz-weißen QR-Code erstellen, während ein anderer automatisch eine Beschriftung darunter hinzufügt, die Ecken der Module abrundet, den weißen Rand vergrößert oder ein Firmenlogo in der Mitte platziert.

Diese Designentscheidungen verändern das Aussehen des QR-Codes, ändern aber normalerweise nicht, wohin er führt.

Häufige Designunterschiede

  • Unterschiedliche Farben
  • Abgerundete oder quadratische Module
  • Abgerundete oder individuell gestaltete Eckmarkierungen
  • Logos in der Mitte
  • Unterschiedliche Größen der Ruhezone (weißer Rand)
  • Beschriftungen oder Texte unter dem QR-Code
  • Unterschiedliche Ausgabegrößen und Bildauflösungen

Wenn wir zu den beiden QR-Codes am Anfang dieses Artikels zurückkehren, sehen wir, dass einer davon den Text qrcodechicken.com darunter enthält, während der andere dies nicht tut.

Dies ist eine Designentscheidung des QR-Code-Generators. Sie beeinflusst weder die codierte URL noch das Ziel des QR-Codes – sie bietet lediglich einen zusätzlichen visuellen Hinweis für Personen, die ihn scannen.

Solange diese Designelemente nicht zu große Teile des QR-Codes verdecken oder den Kontrast zu stark reduzieren, bleibt der QR-Code in der Regel genauso gut scanbar wie ein standardmäßiger QR-Code.

5. Lässt sich ein QR-Code besser scannen als ein anderer?

Nachdem Sie gesehen haben, wie unterschiedlich zwei QR-Codes aussehen können, fragen Sie sich vielleicht, ob einer davon tatsächlich besser ist als der andere.

Die kurze Antwort lautet: nicht unbedingt.

Ein QR-Code, der dichter, größer oder komplizierter aussieht, lässt sich nicht automatisch besser scannen. Ebenso ist ein kleinerer und einfacher aussehender QR-Code nicht automatisch schlechter.

Entscheidend ist, ob der QR-Code der QR-Code-Spezifikation entspricht und nach guten Scan-Praktiken erstellt wurde.

Ein guter QR-Code sollte:

  • Die richtigen Daten codieren.
  • Eine geeignete Fehlerkorrekturstufe verwenden.
  • Eine ausreichend große Ruhezone (weißen Rand) enthalten.
  • Einen guten Kontrast zwischen dunklen und hellen Modulen aufweisen.
  • In einer geeigneten Größe gedruckt oder angezeigt werden.

Wenn diese Anforderungen erfüllt sind, lassen sich zwei völlig unterschiedlich aussehende QR-Codes in der Regel genauso zuverlässig scannen.

Tatsächlich sind viele der Unterschiede, die wir in diesem Artikel besprochen haben, lediglich verschiedene technische Entscheidungen der QR-Code-Generatoren. Sie bedeuten nicht, dass ein QR-Code richtig und der andere falsch ist.

Der beste QR-Code ist nicht derjenige, der am schönsten aussieht oder die meisten Module enthält – sondern derjenige, der von den Geräten Ihrer Zielgruppe schnell und zuverlässig gescannt werden kann.

Fazit

Kehren wir noch einmal zu den beiden QR-Codes zurück, die wir am Anfang dieses Artikels betrachtet haben.

Obwohl sie völlig unterschiedlich aussehen, codieren sie exakt dieselbe URL und führen zum gleichen Ziel.

Der Grund dafür ist, dass ein QR-Code kein festgelegtes Erscheinungsbild besitzt. Die QR-Code-Spezifikation bietet Generatoren während des Erstellungsprozesses mehrere Auswahlmöglichkeiten, wodurch mehrere gültige QR-Codes dieselben Daten darstellen können.

In diesem Leitfaden haben wir gesehen, dass Unterschiede bei Fehlerkorrekturstufen, QR-Code-Versionen, Maskierungsmustern und Designentscheidungen das Aussehen eines QR-Codes verändern können, ohne die darin gespeicherten Informationen zu verändern.

Deshalb ist es völlig normal, dass zwei QR-Code-Generatoren für dieselbe URL unterschiedlich aussehende QR-Codes erzeugen. Solange beide der QR-Code-Spezifikation folgen, bleiben sie vollständig mit modernen QR-Code-Scannern kompatibel.

Wenn Sie also das nächste Mal denselben QR-Code mit zwei verschiedenen Websites erstellen, wundern Sie sich nicht, wenn die Muster nicht identisch sind. Ein anderes Aussehen bedeutet nicht, dass einer der QR-Codes falsch ist – es bedeutet lediglich, dass der Generator bei der Erstellung unterschiedliche, aber vollkommen gültige Entscheidungen getroffen hat.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Unterschiedlich aussehende QR-Codes können exakt dieselben Daten enthalten.
  • Fehlerkorrekturstufen beeinflussen die Größe und Dichte eines QR-Codes.
  • Unterschiedliche QR-Code-Versionen verwenden verschiedene Rastergrößen.
  • Maskierungsmuster ordnen Module neu an, um die Scan-Zuverlässigkeit zu verbessern.
  • Designelemente wie Logos, Farben und Beschriftungen verändern das Aussehen, aber normalerweise nicht die Funktion.
  • Das Erscheinungsbild eines QR-Codes ist weniger wichtig als die Einhaltung der QR-Code-Spezifikation und eine zuverlässige Scanbarkeit.

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