Sollten Sie ein Logo in Ihren QR-Code einfügen? Der versteckte Kompromiss

QR-Codes mit Logos sind inzwischen äußerst beliebt. Man findet sie auf Visitenkarten, Speisekarten, Produktverpackungen und Marketingmaterialien aller Art.

Ein Logo verleiht einem QR-Code ein professionelleres Erscheinungsbild und stärkt gleichzeitig Ihre Markenidentität. Auf den ersten Blick scheint das eine offensichtliche Verbesserung zu sein.

Allerdings gibt es einen wichtigen Kompromiss, den viele Menschen nicht kennen:

Ein Logo macht einen QR-Code fast immer weniger zuverlässig beim Scannen.

In diesem Leitfaden erklären wir, warum das so ist, wann ein Logo sinnvoll eingesetzt werden kann und wann es besser ist, den QR-Code schlicht zu belassen.

Warum Logos die Zuverlässigkeit beim Scannen verringern

Ein QR-Code ist nicht einfach eine zufällige Ansammlung schwarzer und weißer Quadrate.

Jedes einzelne kleine Quadrat (ein sogenanntes Modul) speichert einen Teil der codierten Informationen. Wenn Sie ein Logo in der Mitte platzieren, verdecken Sie buchstäblich einen Teil dieser Daten.

Glücklicherweise verfügen QR-Codes über eine sogenannte Fehlerkorrektur. Dadurch können Scanner fehlende oder beschädigte Bereiche des Codes wiederherstellen.

Viele QR-Code-Generatoren nutzen diese Funktion, um QR-Codes mit Logos überhaupt erst zu ermöglichen.

Der Haken ist jedoch ganz einfach:

Die Fehlerkorrektur hat ihre Grenzen.

Je größer das Logo wird, desto weniger Fehler kann der Scanner ausgleichen.

Fehlerkorrektur ist keine Zauberei

QR-Codes verwenden eine Technologie namens Reed-Solomon-Fehlerkorrektur. Sie kann fehlende Daten wiederherstellen – allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt.

Es gibt vier Fehlerkorrekturstufen:

  • L – Stellt etwa 7 % beschädigter Daten wieder her.
  • M – Stellt etwa 15 % wieder her.
  • Q – Stellt etwa 25 % wieder her.
  • H – Stellt bis zu 30 % wieder her.

Real-world conditions also damage QR codes:

  • Schmutz
  • Kratzer
  • Druck in geringer Qualität
  • Schlechte Lichtverhältnisse
  • Verwackelte Kameraaufnahmen
  • Knicke im Papier
  • Reflexionen auf glänzenden Oberflächen

Wenn Ihr Logo bereits einen großen Teil der verfügbaren Fehlerkorrektur beansprucht, können diese zusätzlichen Unregelmäßigkeiten den QR-Code leicht über die Wiederherstellungsgrenze hinaus bringen.

Beim Drucken wird das Problem noch größer

Ein QR-Code auf einem Bildschirm ist in der Regel gestochen scharf und kontrastreich.

Gedruckte QR-Codes sind eine ganz andere Geschichte.

Beim Drucken entstehen kleine Unregelmäßigkeiten, die mit der Zeit immer deutlicher werden:

  • Die Tinte kann leicht in benachbarte Module verlaufen.
  • Die Papierstruktur verringert die Schärfe der Kanten.
  • Drucker mit niedriger Auflösung verwischen feine Details.
  • Falten oder Knicke beschädigen Teile des Codes.
  • Sonnenlicht und Feuchtigkeit können den Druck verblassen lassen.

Ein QR-Code, der auf Ihrem Computerbildschirm einwandfrei funktioniert, kann nach dem Drucken deutlich unzuverlässiger werden.

Größere Logos bedeuten größere Risiken

Ein häufiger Irrtum lautet:

"Wenn ein kleines Logo funktioniert, sieht ein größeres bestimmt noch besser aus."

Leider funktionieren QR-Codes nicht so.

Je größer das Logo wird:

  • Es werden mehr Daten verdeckt.
  • Die verbleibenden Module werden kleiner.
  • Dem Scanner stehen weniger Informationen zur Verfügung.
  • Die Scangeschwindigkeit nimmt häufig ab.
  • Ältere Smartphones können Schwierigkeiten haben, den Code zu erkennen.

Kleine QR-Codes bieten noch weniger Spielraum

QR-Codes mit Logo werden besonders problematisch, wenn der QR-Code insgesamt klein ist.

Stellen Sie sich vor, Sie drucken einen QR-Code auf:

  • Eine Visitenkarte
  • Ein Produktetikett
  • Einen Aufkleber
  • Einen Schlüsselanhänger
  • Eine Produktverpackung

Ein Logo entfernt wertvolle Scaninformationen und verkleinert gleichzeitig die umliegenden Module noch weiter. Diese Kombination kann das Scannen erschweren – insbesondere aus größerer Entfernung.

Mehr Daten bedeuten weniger Flexibilität

Auch die Menge der im QR-Code gespeicherten Informationen spielt eine wichtige Rolle.

Ein QR-Code, der nur eine kurze URL enthält, ist vergleichsweise einfach.

Ein QR-Code mit:

  • Langen URLs
  • Kontaktinformationen
  • WLAN-Zugangsdaten
  • Kalenderereignissen
  • Großen Textblöcken

Aus diesem Grund verwenden viele professionelle QR-Code-Kampagnen kurze URLs, anstatt lange Informationen direkt im QR-Code zu speichern.

Wann lohnt sich ein Logo?

In bestimmten Situationen kann ein Logo dennoch sinnvoll sein.

Zum Beispiel bei:

  • Markenmarketing-Kampagnen
  • Produktverpackungen
  • Veranstaltungsbeschilderungen
  • Messeständen
  • Speisekarten
  • Unternehmensbroschüren

Ein kleines Logo mit ausreichend Weißraum darum herum ist in der Regel deutlich sicherer als ein großes Logo, das einen erheblichen Teil des QR-Codes verdeckt.

Wann Sie auf ein Logo verzichten sollten

Für viele alltägliche Anwendungsfälle ist Zuverlässigkeit deutlich wichtiger als das Erscheinungsbild.

Lassen Sie den QR-Code besser ohne Logo, wenn er verwendet wird für:

  • Versandetiketten
  • Lagerbestandsverwaltung
  • Gerätekennzeichnung
  • Industrielle Umgebungen
  • Außenschilder
  • Notfallinformationen
  • Tickets und Zugangskontrolle
  • Kleine Drucksachen

Tipps für die sichere Verwendung eines Logos

Wenn Sie sich für ein Logo entscheiden, sollten Sie diese bewährten Vorgehensweisen beachten:

  • Halten Sie das Logo so klein wie möglich.
  • Ihr Logo sollte nicht mehr als 30 % des QR-Codes bedecken.
  • Verdecken Sie nicht die Finder-Muster in den Ecken.
  • Drucken Sie vor einer größeren Auflage unbedingt einen Testdruck.
  • Testen Sie den QR-Code mit mehreren Smartphones, nicht nur mit Ihrem eigenen.
  • Vermeiden Sie Logos auf sehr kleinen QR-Codes.

Tests unter realen Bedingungen sind der beste Weg, um sicherzustellen, dass Ihr QR-Code zuverlässig funktioniert.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein Logo kann einen QR-Code attraktiver wirken lassen, bringt jedoch immer einen Kompromiss mit sich.

Je mehr vom QR-Code verdeckt wird, desto weniger Spielraum bleibt für Druckfehler, schlechte Lichtverhältnisse, Kratzer und Einschränkungen der Kamera.

Für die digitale Nutzung ist ein sorgfältig dimensioniertes Logo oft unproblematisch.

Für gedruckte Materialien – insbesondere bei kleinen Druckformaten – ist ein schlichter QR-Code ohne Logo in der Regel die sicherste Wahl.

Wenn Ihr Ziel die höchstmögliche Scan-Erfolgsrate ist, ist Einfachheit immer die beste Lösung.

Probieren Sie QR-Codes selbst aus

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